Verlassene Orte in Deutschland und Europa

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[Buchtipp] Verlassene und vergessene Orte, besser bekannt als „Lost Places“, haben uns schon immer interessiert. Uns begeistert diese Mischung aus Outdoor-Entdeckungen und morbidem Charme. Diesmal ist Reisebloggerin Claudia auf virtuelle Entdeckungstour gegangen. Zwischen zwei Buchdeckeln. Ihren Lesetipp zum Bildband „Stillgelegt“ findest du hier.

Über meine Affinität zu Lost Places, den sogenannten verlorenen Orten, bzw. über ein Buch zu diesem Thema habe ich hier schon mal geschrieben. Jetzt habe ich ein neues Buch mit Fotografien von Lost Places entdeckt: „Stillgelegt“, ein sehr abwechslungsreicher Bildband. 100 verlassene Orte in Deutschland und Europa werden in ihm vorgestellt – jeweils in einem oder in mehreren Bildern, einschließlich der Angabe des Ortes und dem Datum, an welchem das Foto gemacht wurde.

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Lost Places: verlassene Orte in Deutschland und Europa

Die Autoren und Fotografen stellen ungewöhnliche Orte aus teils ungewöhnlichen Perspektiven dar. Und das ist eine wahre Freude, für das Auge, für Abenteurer, für Urban Explorer, für Entdecker und für Fotografen, die das Ungewöhnliche lieben, suchen und sich inspirieren lassen wollen. Die Fotografien muten teilweise wie ferne Galaxien an, z.B. das Kraftwerk Charleroi in Belgien (Nr. 14 im Buch) oder die NSA Field Station Berlin Teufelsberg (Nr. 78). Letztere habe ich während meines Berlin-Städtetrips besichtigt – ein wirklich beeindruckender, geschichtsträchtiger und sehr inspirierender Ort. Die NSA Field Station ist auch auf einigen meiner Fotos hier im Blog-Artikel zu sehen. Andere Orte wiederum, die im Buch abgebildet sind, scheinen direkt einem Märchen, einer Fantasiewelt entsprungen – etwa das Gesellschaftshaus Grünau in Berlin (Nr. 60).

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Geschichten aus dem Gesellschaftshaus

Zu den jeweiligen Bildern gibt es neben dem Ort und dem Jahr, in welchem das Bild geschossen wurde, weiteren Angaben erst im Anschluss an jedes Kapitel. Die Fotografen lassen die Bilder so zunächst für sich sprechen, was mir persönlich gut gefällt. So kommen bei mir als Leserin sofort Geschichten hoch, ich sehe hektisches Treiben in Charleroi, höre die Musik, zu der Damen in Ballkleidern durch das Gesellschaftshaus kreiseln.

Die vorgestellten Orte werden in fünf Kapitel unterteilt: Produzieren, Leben, Bilden, Transportieren und Schützen. In den jeweiligen militärischen Einheiten wird schon längst nicht mehr still gestanden. Die drei Fotografen schaffen es alle Objekte trotz Stilllegung dennoch sehr dynamisch wirken zu lassen. Auch Verfall kann „sexy“ sein, kann beeindrucken und in Kombination mit der Natur entstehen beachtliche Bilder. Dadurch, dass die Fotografen aus verschiedenen fotografischen Bereichen kommen, bringen sie ihren eigenen Stil in diese abwechslungsreichen Bilder ein.

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Lost Places, die jeder kennt

Natürlich ist auch die „Mutter“ aller Lost Places dabei: Prybjat, der Ort in der Ukraine in der Nähe des ehemaligen Atomkraftwerks Tschernobyl. Und diesen Ort kennst du möglicherweise ebenfalls, auch wenn man vielleicht nicht direkt daran denkt, dass man sich gerade an einem Lost Place befindet: das Turmrestaurant Dreilinden an der Autobahn kurz vor Berlin – ebenfalls ein Lost Place.

Ich habe mich spontan in diesen Bildband verliebt. Er lohnt sich für jeden, der sich in eine fremde Welt entführen lassen möchte, Anregungen sucht für die Erkundung neuer Lost Places (wobei nicht alle frei zugänglich sind), die Architektur, geometrische Formen und Perspektivenwechsel in jeglicher Hinsicht mögen.

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Eine kleine Vorschau gibt es hier: https://shop.dumontreise.de/stillgelegt-dumont-bildband-9783770188888

Stillgelegt – 100 verlassene Orte in Deutschland und Europa

Thomas Kemnitz, Robert Conrad, Michael Täger, DuMont Reiseverlag, 2. Auflage 2017, 224 Seiten, ISBN-13: 978-3770188888, 29,99 Euro

Für diesen Buchtipp haben uns der DuMont-Reiseverlag freundlicherweise ein Exemplar zur Verfügung gestellt. Unsere Meinung über die Reiseführer hat dies nicht beeinflusst – da sind wir immer unabhängig und ehrlich zu unseren Lesern.

Einen weiteren Buchtipp zum Thema Lost Places findest du hier. Falls du noch mehr Infos für uns zu Lost Places hast, freuen wir uns hier unten über deinen Kommentar.

 

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Claudia Niesert

Claudia Niesert

Nach dem Abi ging’s für mich ein Jahr als Au-Pair nach Los Angeles. Für ein Auslandssemester war ich in Göteborg und auch nach meinem Studium hat mich das Thema Ausland und Reisen nicht losgelassen. Seit letztem Sommer habe ich das Zelten und Airbnb für mich entdeckt. Meine aktuelle Leidenschaft: Geocaching auf Reisen.
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