Der Khao Sok Nationalpark in Thailand

khao sok nationalpark thailand - Der Khao Sok Nationalpark in Thailand

Die meisten Reisenden verbringen ihren Thailand-Urlaub auf den Inseln. Dabei liegt ein wahrer Schatz im Landesinneren. Co-Autorin Corinna hat den Khao Sok Nationalpark erkundet.

 

Von Corinna Hiss

Zwei Monate liegt meine Reise nun schon zurück. Mein erstes Mal in Thailand, währenddessen mich die weltweite Reisewarnung, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, während meines Urlaubs in Asien unerwartet getroffen hatte. Flüge wurden plötzlich gestrichen, Meldungen beinahe stündlich aktualisiert. Ich gebe zu, den Khao Sok Nationalpark hatte ich vorher nicht auf dem Schirm – und so wie mir geht es sicher noch vielen.

Die Zeit in Thailand bis zu meiner Rückreise wollte ich dann doch nicht auf einer der unzähligen Inseln verbringen, um dann dort womöglich von einem Lockdown betroffen zu sein. Also suchte ich nach einer Alternative. Jetzt kann ich definitiv sagen: Der Khao Sok Nationalpark hat es absolut nicht verdient, nur Plan B zu sein.

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Der Khao Sok Nationalpark ist umgeben von Dschungel.

Zwischen Khao Lak auf der Seite der Andamansee und Surat Thani am Golf von Thailand liegt der Eingang des Nationalparks mitten im Nirgendwo. Ein Großteil des Parks ist Dschungel – und Wasser. Der Cheow Lan See, oder auch Ratchaprapha See genannt, entstand 1982 durch den Bau des Ratchaprapha-Staudamms. Auf ihm und um ihn herum spielen sich die meisten Aktivitäten im Nationalpark ab.

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Der Stausee ist Herzstück des Nationalparks.

Ich selbst habe mich für einen Tagesausflug zum Stausee entschieden (One-day lake trip). Die meisten Unterkünfte – sozusagen der Ort Khao Sok – befinden sich zwar am Eingang des Parks, allerdings nicht am Eingang zum See. Bei einer Tour mit einem Guide wirst du morgens an der Unterkunft abgeholt und fährst nochmal gut eine Stunde Richtung Staudamm. Auf dem Programm steht meist auch ein kurzer Stopp an einem lokalen Markt in Ban Tha Khun, der allerdings nichts Besonderes ist.

Nach 65 Kilometern und knapp zwei Stunden erreichst du endlich den See. Und dort wird auch deutlich, wieso der Nationalpark so unfassbar schön ist: Das Wasser ist türkisblau, völlig blickdicht und schier endlos. Dazwischen ragen grün bewachsene Kalksteinfelsen empor.

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Am Pier warten die Longtailboote.

Auch wenn der Nationalpark nicht zu den Hotspots unter den Thailand-Reisenden gehört, so starten doch gewöhnlich Morgen für Morgen zahlreiche Boote. Zum Glück ist der See so groß, dass alle darin Platz finden. Die Fahrt mit dem Longtailboot ist rasant. Immer tiefer tauchst du ein in den See, der zunächst sehr breit ist, dann schmaler wird und sich schließlich in unzähligen kleinen Seitenarmen verwinkelt.

Beinahe unvermittelt erscheint das Wahrzeichen des Khao Sok Nationalparks: Drei Felsen, die dicht beieinander aus dem Wasser ragen. Die Thais nennen sie Hin Sam Glur, was übersetzt so viel wie „Drei-Freunde-Felsen“ oder „Drei-Brüder-Felsen“ bedeutet. Das passende Fotomotiv darf bei der Tour selbstverständlich nicht fehlen und die Guides lassen sich hierfür auch ausreichend Zeit.

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Das Wahrzeichen Hin Sam Glur.

Eine weitere Besonderheit des Sees sind schwimmende Bambushütten, die an diversen Stellen gebaut wurden und in denen man auch – ohne WLAN und Strom – übernachten kann. Sie dienen den Tagestouristen als Lunch-Ort. Endlich ist Zeit, ins warme Wasser zu springen oder selbst mit dem Kajak auf Erkundungstour zu gehen.

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In den schwimmenden Hütten kann man auch übernachten.

Hinter den Bambushütten beginnt der Dschungel. In der Trockenzeit im März ist es möglich, zur Tropfsteinhöhle Nam Talu zu laufen. Zu Beginn bist du vielleicht noch penibel darauf bedacht, über kleine Wasserstellen zu springen, damit die Schuhe nicht nass oder dreckig werden. Diese Mühe ist allerdings völlig umsonst: Spätestens wenn der erste breitere Bach überquert werden muss, kommt niemand drum herum, durch das Wasser zu waten.

In der Ferne sind wilde Affen zu hören, Spinnen lassen sich von riesigen Bambusstangen hinab und die Hitze steht förmlich. Nach der schweißtreibenden Wanderung ist die Höhle selbst eine willkommene Abkühlung. In der Regenzeit ist sie geflutet, jetzt aber kannst du im knöchel- oder kniehohen Wasser hineinlaufen. Ohne Stirnlampen wäre es allerdings stockfinster.

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Durch den Dschungel geht es zur Tropfsteinhöhle.

Die Dschungelwanderung dauert gut zweieinhalb Stunden. Der anschließende Sprung ins Wasser ist eine Wohltat und reinigt vom Dschungeldreck. Die Nachmittagssonne steht mittlerweile tief und lässt den See in warmen Farben erstrahlen. Es wird dir schwerfallen, diesen magischen Ort zu verlassen und den Heimweg anzutreten.

Doch die Fahrer geben Gas und schippern auf direktem Weg zurück zum Pier am Staudamm. Als letztes Reiseerlebnis vor Corona bleibt mir der Ausflug in unvergesslicher Erinnerung. Ich war am 22. März dort – einen Tag später wurde der Nationalpark geschlossen.

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Die Landschaft ist fast unwirklich.

Nützliche Tipps für deinen Aufenthalt im Khao Sok Nationalpark

1. Anreise: Der Nationalpark ist gut per Minivan von Krabi, Khao Lak oder Surat Thani erreichbar. Die meisten Anbieter halten allerdings an der Hauptstraße und je nachdem, wo du wohnst, musst du entweder 1,6 km laufen (mit Gepäck) oder ein Taxi für 100 Baht pro Person nehmen.

2. Übernachtung: Ich habe mich für das „Khao Sok Riverfront Resort“ (unbezahlte Werbung) entschieden und kann diese Unterkunft nur empfehlen. Hier haust du in schicken Bungalows mitten in der Natur und kannst nach dem Tag am See in der Hängematte entspannen.

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Entspannen in der Hängematte.

3. Touren: Die meisten Touren können direkt über die Unterkunft oder über umliegende Reisebüros gebucht werden. Ich habe nach einem Preisvergleich die Tour über das Hotel gebucht, da der Preis gleich war wie im Reisebüro, hier aber noch das hoteleigene Frühstück inbegriffen war. Die Tagestour hat 1.500 Baht gekostet, hinzu kommen 320 Baht Eintritt für den Nationalpark.

4. Verpflegung: Im Ort gibt es zwei Geldautomaten und kleine Supermärkte, dazu ein paar Restaurants. Rund um die Brücke über den Fluss Sok kannst du dir am Abend Streetfood genehmigen. Wenn du mal wieder Lust auf europäisches Essen hast, ist eine Pizza in Chaos Pizzeria zu empfehlen.

5. Aufenthalt: Für eine stressfreie Tagestour im Nationalpark sind zwei Übernachtungen unabdingbar. Wer mehr Aktivitäten plant – Nachwanderung, Kajaktour oder ähnliches – sollte länger bleiben.

6. Elefanten: Das nahegelegene „Khao Sok Elephant Sanctuary“ wirbt damit, dass man den Dickhäutern beim Baden zusehen kann, aber nicht auf ihnen reiten darf. Ich persönlich möchte das Geschäft mit den Tieren grundsätzlich nicht unterstützen und rate hiervon, zum Schutz der Elefanten, ab.

Hier auf dem Blog findest du noch weiteren Lesestoff zu Asien, u.a. die Artikel von Corinna über Hanoi in Vietnam: Liebe auf den dritten Blick und von Nina über die thailändische Insel Koh Lipe. Philipp berichtet über seinen Roadtrip mit dem Motorrad durch Vietnam sowie über seinen Backpacker-Trip nach Varanasi und Ladakh in Indien.

01.07.2019 2 - Der Khao Sok Nationalpark in Thailand

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