Unser Roadtrip durch Namibia

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Nina startet mit zwei Freundinnen zu einem Roadtrip durch Namibia. Unterwegs erleben die drei Backpacker jede Menge spannender Momente: beeindruckende Sanddünen, unendliche Weiten, mehrere Autopannen und einen lebensmüden Vogel. Aus diesen Eindrücken ist ein neuer Blog-Beitrag entstanden, und hier findet ihr die ganze Geschichte.

Sanddünen und Autopannen in Namibia

Als ich mir im Flugzeug von London nach Kapstadt etwas die Beine vertreten und aus dem Fenster auf die namibischen Sanddünen geschaut habe, habe ich mich auf insgesamt drei Wochen Sonne und Abenteuer gefreut. Wie abenteuerlich unser Roadtrip durch Namibia streckenweise wiklich werden sollte, wusste ich da natürlich noch nicht. Ich hatte das Glück, dass eine meiner Freundinnen gerade in Stellenbosch wohnte, sodass ich erstmal ein paar Tage in Südafrika verbringen konnte. Zu dritt haben wir uns schließlich im (Stadt-) Auto meiner Freundin auf den Weg gemacht. Von meinem Auslandsjahr in Colorado war ich es gewöhnt, Roadtrips in unseren Rocky Mountains- tauglichen SUVs zu machen, aber eine Limousine würde es auf den eher bescheiden ausgebauten Straßen der Wüste Namibia’s sicherlich auch tun, dachten wir uns. Bewaffnet mit ca. 25 Liter Wasser für die ersten Tage, mit Zelten, Schlafsäcken, einem Wagenheber und reichlich Broten mit Avocado ging es los.

Springböcke und platte Reifen

Die Landschaft war ein Traum, Wüste weit und breit, Springböcke sah man ständig und in Südafrika gab es auch noch geteerte Straßen. Das sollte sich jedoch schnell ändern. Nachdem wir mitten in der Nacht die Grenze zu Namibia überquert hatten, befanden wir uns hauptsächlich auf von platten, weggeworfenen Reifen gesäumten Schotterpisten. Lange hat es dann auch nicht gedauert, bis wir selbst in den „Genuss“ eines platten Reifens kamen. Lüderitz und die Geisterstadt Kolmanskop hatten wir bereits hinter uns gelassen. Nun waren wir also auf dem Weg in Richtung Sossusvlei, um uns die höchsten Sanddünen der Welt anzuschauen. Müde von der Fahrt, hungrig und umgeben von nichts als der Namibwüste, war es dann soweit. Wir mussten feststellen, dass der Reifen hinten rechts platt war und auch wir es nicht ohne Panne schaffen würden. Kein Problem, dachte ich mir, wir haben ja Ersatzreifen und Wagenheber dabei, und zu Hause habe ich schließlich auch schon selbst meine Sommer- und Winterreifen gewechselt.

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Allerdings hatte ich zu Hause auch noch nie gegen verrostete Schrauben und die einbrechende Dunkelheit kämpfen müssen. Nachdem wir alle drei mehrfach auf dem Wagenheber herumgehüpft waren, sich immer noch nichts tat und wir keinen Handy-Empfang hatten, brach also langsam Panik aus. Eine Nacht inmitten der Wüste zu verbringen, war dann doch ein größeres Abenteuer als wir geplant hatten. Nach gefühlt endloser Zeit ist zum Glück doch noch ein weiteres Auto aufgetaucht: ein amerikanisches Ehepaar, das auf dem Weg zum selben Campingplatz wie wir war und uns helfen konnte, den Reifen zu wechseln. Am Campingplatz angekommen war der Schreck dann auch schon fast wieder vergessen. Wir wurden von den netten Betreibern zum Lagerfeuer eingeladen und bekamen erklärt, dass die nächste Werkstatt direkt beim Campingplatz sei.

Roadtrip durch Namibia goes on

Mit dem Vorhaben, am Nachmittag einen neuen Ersatzreifen bei der Werkstatt zu besorgen, sind wir dann am nächsten Morgen zu den Sanddünen gefahren. So etwas hatte ich tatsächlich noch nicht gesehen: überall hohe, rote Sandberge, auf die man steigen konnte, um von oben die Aussicht zu genießen. Leider kam, als wir gerade oben angekommen waren, die Nachricht, dass ein Sandsturm im Anmarsch sei und wir schnellstmöglich das Areal verlassen sollen. Wieder unten angekommen musste ich feststellen, dass der Sturm bereits einen meiner zurückgelassenen Flip Flops deplaziert und mit Sand verschüttet hatte. Prima. Schlimmer jedoch war die Erkenntniss, zu der wir nach einigen Minuten Autofahrt kamen: Der Reifen vorne links hatte auch eine zu innige Bekanntschaft mit einem Stein gemacht und wir hatten den platten Reifen Nummer 2. Das einstimmige “Ey das gibt’s doch nicht, SCHON WIEDER??” schlug dann ziemlich schnell in ein “Ähm, wir haben ja jetzt aber gar keinen Ersatzreifen mehr” und ein “War da noch jemand auf dem Parkplatz als wir los sind? Ich hab niemanden mehr gesehen. Und es weht ja auch schon ganz schön. So ein richtiger Sandsturm ist ja auch nicht gerade ungefährlich…” um.

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Wie es der Zufall so wollte, wurden wir jedoch glücklicherweise nach kurzer Zeit wieder von einem (anderen) amerikanischen Ehepaar aufgesammelt und zur Werkstatt gefahren. Zwar wollte der Wachmann mir an der Einfahrt zu den Sanddünen meinen – zu welchen Zwecken auch immer – hinterlegten Reisepass nicht zurückgeben, ohne dass unser Auto das Areal mit uns verließ. Er ließ sich dann aber doch überzeugen, und mit der Hilfe der Jungs von der Werkstatt haben wir das Auto dann schließlich auch mit vier funktionierenden Reifen “entfernen” können. Außer einer letzten (Motor-) Panne auf dem Weg nach Etosha sollte das auch unsere letzte Panne gewesen sein. Alle guten Dinge sind schließlich drei und man möchte ja auch etwas zu berichten haben. Die positiven Erfahrungen, die wir mit all unseren netten einheimischen und mitreisenden Helfern gemacht haben, wurden eigentlich auch nur durch die zuerst veranschlagten Wucherpreise der Werkstätten getrübt.

Nach Sossusvlei standen noch sandboarden bei Swakopmund, die Hauptstadt Windhoek, der Nationalpark Etosha und der Köcherbaumwald auf dem Plan. Die kleine Küstenstadt Swakopmund war schön, allerdings erinnere ich mich hauptsächlich daran, wie anstrengend es war, das Sandboard nach der Abfahrt bei gefühlten 70 Grad wieder die Düne hochzutragen. Da ist so ein Skilift schon angenehmer. Außerdem ist so ein Sandboard ziemlich langsam im Vergleich zum Snowboard. Trotzdem würde ich es jederzeit wieder machen, boarden in Shorts und T-Shirt hat schließlich auch etwas für sich.

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Die Fahrt nach Windhoek haben wir wie alle anderen auch mit aus dem Fenster schauen, lautem Singen, Erdnüssen und Avocadobroten verbracht. Und ohne Panne! Trotz der guten Vorzeichen hat es mir in Windhoek von allen Orten am wenigsten gefallen. Die Stadt fand ich weder sonderlich schön noch andersweitig beeindruckend, und die Einheimischen kamen mir im Gegensatz zu allen anderen, die wir getroffen hatten, unfreundlich vor. Der Wachmann vor unserem Hostel ist mir da in besonderer Erinnerung. Umso froher war ich, als wir uns auf den Weg nach Etosha gemacht haben, endlich Giraffen und Zebras!

Windhoek und Schotterpisten in Namibia

Zwischen Windhoek und Etosha verläuft die Nationalstraße B1, eine asphaltierte, angenehme Abwechslung zu Schotterpisten und Richtungraten. Im Nationalpark haben wir dann tatsächlich endlich neben Löwen auch Zebras und Giraffen, meine Lieblingstiere, zu Gesicht bekommen. Abends gab es in der Mokuti Etosha Lodge Musik und Braai (Gegrilltes), wobei man auch mal gegrillten Springbock probieren konnte. Schmeckt übrigens.

Abgesehen von einem rettenden Tankstellenbesuch in letzter Sekunde und einem scheinbar lebensmüden Vogel, der zielstrebig gegen unsere Frontscheibe geflogen ist, haben wir es ohne Zwischenfälle über ausgebaute Straßen in den Süden zum Köcherbaumwald geschafft. Scheinbar waren die ganz abenteuerlichen Zeiten unseres Trips vorbei. Zum Abschluss durften wir im Gehege der Gariganus Farm bei der Fütterung der Geparden zuschauen, den Sonnenuntergang im Köcherbaumwald beobachten, und auf dem Spielplatz der Riesen auf Felsen klettern. Ein gelungenes Ende unserer zwei Wochen in Namibia, denn von dort aus ging es zurück nach Südafrika. Unser Tipp: Unbedingt auch mal einen Roadtrip durch Namibia machen!

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Nina Kunkelmann schreibt für People Abroad über ihre Abenteuer unterwegs. Ihr findet sie auch bei LinkedIn.

Alle Fotos: Nina Kunkelmann

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Nina Kunkelmann

Ich bin Nina und arbeite als Freelancerin: schreiben, übersetzen, recherchieren und Webseiten-Artikel bearbeiten gehören u.a. zu meinen Aufgaben. Am liebsten reise ich allerdings, schaue mir die Welt an und fotografiere dabei. Ich mache gerne Fernreisen, bin aber auch öfter für Kurzreisen und Städtetrips unterwegs.
Nina Kunkelmann

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