Arbeiten und klettern in der Türkei

Bildschirmfoto 2016-04-12 um 14.57.12
Marius Pörsel aus Viernheim zieht es ins Ausland. Er will klettern in der Türkei und in einem Klettercamp arbeiten. Für freie Kost und Logis. Aber vor allem dort seinem Lieblingshobby nachgehen. Vor seinem Abflug hat er sich noch die Zeit genommen, uns zu verraten, was er genau vor Ort geplant hat. Wir wünschen ihm jedenfalls: good climb!

Marius, du willst klettern in der Türkei – wo fährst du genau hin?

Ich fliege von Frankfurt am Main mit Zwischenstopp in Istanbul nach Antalya. Dort werde ich vom Transferservice des Klettercamps abgeholt, in dem ich dann die nächsten zwei Monate untergebracht bin und arbeiten werde.

Es gibt unendlich viele Ziele zum Klettern weltweit – warum hast du dich für diesen Ort entschieden?

Über Geyikbayiri, das ist eine Autostunde von Antalya entfernt, habe ich in einer Kletterzeitschrift einen Bericht gelesen. Die Bilder und die Beschreibung des Autors haben mich total angesprochen und ich hab dann beschlossen, dass ich dort unbedingt auch mal hin will.

Was hast du geplant, wie können wir uns deinen Trip vorstellen?

Wie gesagt, ich bin dort in einem Klettercamp untergebracht, dem JoSiTo-Camp. Dort werde ich jeden zweiten Tag morgens und abends im Gastronomiebereich arbeiten. Dafür bekomme ich dann Kost und Logis. Ansonsten kann ich den Tag für mich nutzen. Vom Camp aus kann man zu den einzelnen Klettersektoren in teils nur einer Minute hinlaufen! Außerdem soll es sich lohnen Antalya anzuschauen.

Wie lange kletterst du schon bzw. wie viel Erfahrung hast du im Gepäck?

Ich bin durch meinen Vater zum Klettern gekommen. Er fing an als ich ca. ein Jahr alt war: bei Wochenendausflügen in die Südpfalz war ich von Anfang an dabei. Ab und zu hing ich auch mal selbst am Fels. Jedoch kann man das noch nicht als Klettern bezeichnen. Seit rund zehn Jahren bin ich Mitglied beim Deutschen Alpenverein in der Sektion Weinheim. Dort klettere ich auch heute noch in der Jugendgruppe. Im Sportklettern habe ich auch schon einige Erfahrungen gesammelt. Doch in Bereichen wie zum Beispiel dem Alpinklettern bin ich eher noch ein Anfänger.

Beim klettern in der Türkei erwarten mich diesmal bis zu 50 Meter hohe gut abgesicherte Sportklettertouren. Dort geht es dann darum – in Sachen Schwierigkeit der Klettertour – an seine persönlichen Grenzen zu gehen und auch darüber hinaus.

Fährst du alleine oder kennt du schon Leute vor Ort?

Ich flieg alleine dorthin, aber war ich schon zweimal für etwa zwei Wochen zum Klettern dort. Deshalb kenne ich schon ein paar Leute vor Ort. Außerdem gibt es viele weitere junge Kletterer, die wie ich dort zum arbeiten und klettern ein paar Monate verbringen. Somit wird es nicht schwer sein neue Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen.

Reist du als Backpacker mit Rucksack? Was packst du alles ein?

Ich fliege mit einem großen Rucksack und einem kleinen Rucksack als Handgepäck. Da ich die gesamten zwei Monate an einem Ort wohne, darf der Rucksack auch ruhig etwas schwerer sein, da ich ihn nicht jeden Tag tragen muss. 🙂 Dabei habe ich natürlich meine Klettersachen, also Klettergurt, Kletterschuhe, Karabiner und Expressschlingen, mein Seil und einiges mehr. Ansonsten nehme ich noch mit, was ich auch Zuhause brauche, also Kleidung für alle Temperaturen, Handtücher usw.

Wie hast du deine Reise geplant, wie bist du vorgegangen?

In dem Bericht über das Klettergebiet hatte ich gelesen, dass man in dem Camp arbeiten kann und trotzdem noch viel Zeit zum klettern hat. Die Idee fand ich genial und nachdem ich im letzten Jahr schon zweimal dort war, habe ich dann gefragt, ob in diesem Jahr noch ein Platz frei wäre. Die Frage wurde sofort bejaht! Darauf hin habe ich einen Flug gebucht und die Infos dann an das Camp weitergegeben. Das war´s. 🙂

Wie oft und mit wem klettert du, wenn du nicht im Ausland unterwegs bist?

Ich versuche möglichst oft an den Fels zu kommen. Manchmal klappt es 2-3 Mal in der Woche in die Pfalz zu fahren. Dann bin ich häufig mit Mitgliedern der Jugendgruppe oder mit meinem Vater unterwegs. Zudem fahren wir mit der Jugendgruppe jedes Jahr über Christi Himmelfahrt und Fronleichnam für jeweils vier Tage ins Frankenjura.

Hast du Lieblingskletter-Ziele?

Von den bisher besuchten Gebieten haben mir die Folgenden am besten gefallen: Ceüse (Provence-Alpes-Cote d´Azur/Frankreich), Siurana/Margalef/Montsant (alle drei liegen nah zusammen in Katalonien/Spanien), Kalymnos (eine griechische Insel, ca. 20km westlich von der türkischen Küste), Frankenjura (Dreieck Bayreuth-Bamberg-Nürnberg/Bayern) und die Südpfalz (Rheinland-Pfalz). Außerdem gibt es noch unzählige Klettergebiete, die ich gerne mal bereisen würde. Alle aufzulisten wäre unmöglich, da es definitiv zu viele sind. Aber diese auf jeden Fall: Rodellar (Katalonien/Spanien), Chamonix (im Montblanc-Gebiet/Frankreich), Red River George (Kentucky/USA) und das Yosemite Valley (Kalifornien/USA).

Noch einen Tipp für Leute, die auch so eine Reise vorhaben? Was muss man beachten?

Mein Tipp an alle: Fangt einfach an zu Klettern und wenn ihr erste Erfahrungen gesammelt habt, dann bleibt dabei!!! 🙂

Dir eine gute Reise und viel Spaß.

Weitere Infos zum Camp gibt’s hier: http://www.josito.de

Mehr Reise- und Erlebnisberichte zu allen Kontinenten findest du hier: Reiseberichte

Warst du auch schon mal zum klettern in der Türkei? Dann erzähle uns deine Erfahrungen. 

 

Anzeige

Heiko Müller

Ich bin Redakteur, Reiseblogger und Gründer von People Abroad. Verreist du auch so gerne wie ich? Dann haben wir mindestens eine Gemeinsamkeit. Was ich am liebsten unterwegs mache? Mich auf neue Orte, Menschen und Kulturen einlassen. Wandern, biken und laufen. Fotografieren, schreiben und hier bloggen. Hinterlasse einen Kommentar oder kontaktiere mich unter info@people-abroad.de.
Heiko Müller

Schreibe eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.