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Veni, vidi, vici: Auf Weltreise mit dem Rad

Bericht von Timo Müller, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Veni, vidi, vici: Auf Weltreise mit dem Rad

Nach letztendlich 426 Tagen melde ich mich von meiner Benefiz-Radtour von Deutschland nach Australien aus Sydney nach 20.748 km (gesammelte Spendensumme für amnesty international: 16.605 Euro).

Ich bin drin im Hexenkessel!

Dass das alles auch noch einmal sein Ende finden sollte. 412 Tage spulte und spulte ich und verfing mich gedanklich das ein oder andere Mal in der schier endlosen Ewigkeit. Jeden Morgen stand ich auf und fixierte mich genau auf einen Punkt. Im Mantra rezitierte ich "Sydney"bis an die 100 x. Jetzt am geografischen Ende meiner Reise schliesst sich der Kreis, ist die Vollendung definiert. Eins steht dabei fest: Braunschweig - Sydney ist nicht gerade mal "kurz um die Ecke!"

Lassen Sie uns zurueck blicken ins Jahr...
 
Abschied in Braunschweig, drei Freude bringen mich rein nach Polen, 1. Nacht im Wald, "schaffe ich das ja auch alles?", Fernsehen in Polen, finnische Seenplatte, Pressekonferenz mit amnesty international in Moskau, Roter Platz, Sibirien, mongolische Steppe mit den Reitern des Dschingis Khan,"was jetzt? die Felge ist gerissen!", Sandkasten Wueste Gobi, 1,3 Millarden Chinesen, Platz des Himmlischen Friedens, enorme Sprachbarrieren, "mein" altes Kung Fu- Kloster ist zertruemmert, Dreck, Rekord- Durchfall, Frust, Berge, Radkumpane Andi taucht auf, es entsteht eine Freundschaft sondergleichen, Internetzensur, amnesty ist im Land verboten, Jungle- Mania Laos, "welch Paradies!", Franzose Benoit und Daene Leo begleiten mich fuer 3 Wochen auf dem Rad, so arm und doch so reich an Freundlichkeit, Mekong, Angkor Wat in Kambodscha, mein Land, 42 Grad Fieber, Krankenhaus, Weihnachten, Bombenanschlag zu Silvester in Bangok...

Diebstahl und Gerichtstermin in der Thai- Version, Fluechtlingslager nahe Burma besucht, Brieftrager spielen fuer staatenlose Kinder zum Regierungshaus in Thailand, Kilometer- Fressen (21 Jahre= 21 000 km= 21 000 Euro Spenden), Multikulti Malaysia, "exciting, fascinating, amazing!"= amnesty-Direktor Malaysias, Beastie Boys im sterilen Kaugummi- Mekka Singapur, Flugzeug, "ist hier noch irgend jemand?"= das Outback Australiens!, Ayers Rock, Great Ocean Road...

10. Mai: Sydney ist unter meiner Herrschaft

Hat denn die ganze Plackerei ueberhaupt Fruechte getragen? Doch, definitiv! Wie viele Spenden am Ende zusammen kommen sollten, ist im Grunde genommen unwichtig! Auch wenn ich immer wieder auf meinen Restschulden- Betrag bis zur 21.000 hinweise, steht vielmehr der immaterielle Wert meiner Kampagne im Vordergrund bzw. ist es der eigentliche Gewinn all dessen.

Jenes Geld ist "nur" Projektion meiner Arbeit und ist bei weitem nicht im geringsten im Stande Menschenrechte in den Herzen jedes einzelnen Menschen zu verankern. Leider ist jedoch jede Aktion diesbezueglich an finanzielle Unterstuetzung gebunden und stellt nun doch eine tragende Saeule dar. 16605 Euro Spenden haben wir bereitszusammen, dank grosser Unterstuetzung. Ob gross oder klein, jede noch so kleine Spende zaehlt; die 21 000 Euro sind machbar!

Mein Hauptanliegen war vielmehr Menschenrechte in den verdienten Mittelpunkt zu bringen, ins Scheinwerferlicht zu ruecken. Diese Reise sollte vor allem ein Zeichen setzen. Zeichen sind jedoch beileibe keine Revolutionen, sie krempeln die Welt nicht um und hinterlassen nur bescheidene Spuren. Ich habe durch meine Strampeleien beileibe keine Diktatoren in Angst und Schrecken versetzt, doch glaube ich zutiefst, dass die Reise viele, wenn auch nur fuer kurz, aufmerksam machte und befluegeln konnte, eigene Traeume zu fuehlen! 

Ich startete mit 20 Jahren, mit erschreckend wenig Erfahrung und Professionalitaet an Bord, doch mit viel jugendlicher Ungestuemtheit, blauaeugiger Naivitaet und Vertrauen. Vertrauen, dass das ganze Universum mir schon beistehen wird, wie Paulo Coelho es bereits in seinem Buch "Der Alchimist" formulierte. Bitterarme Menschen schenkten mir zu Essen, erfreuten sich an meiner Anwesenheit und nahmen mich nicht nur einmal wie ihren eigenen Sohn auf!

In Situationen, in denen ich mich allein Problemen gegenueber sah, sei es in Zeiten von Krankheiten oder auch nur , wenn ich die Orientierung verlor, flogen jene Engel aus "heiterem Himmel" zu mir heran und gaben mir einen weiteren Stups gen Sydney! Jene Erfahrungen mit Menschen, atemberaubender Landschaft und vor allem bezuegl. der Einsamkeit mit mir selbst, waren all die Plackereien ueber alle Massewert. Wenn ich nun mit Havanna- Zigarre und einem Sixpack- Bier am Hafen sitze, bin ich zutiefst dankbar, dass ich diese Reise antreten und bis zum Ende erfolgreich durchfuehren konnte und vor allem durfte. Die Moeglichkeit, zu reisen ist ein enormer Luxus, den leider vielen verwehrt bleibt!

biking around the world to establish human rights
www.amnesty.de

www.cyclingforhumanrights.de
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Tel: +49 (0) 5304 39 04
Mobile: +49 (0) 15 20 87 33 032

Timo Müller
Alter Schulweg 31
38527 Meine
Germany

 

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