• 1

Neuseeland: Ergotherapeutische Erfahrungen

Bericht von Antjedine Borchers, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Neuseeland: Ergotherapeutische Erfahrungen

Ich arbeite inzwischen seit einem halben Jahr als Ergotherapeutin in Neuseeland. Obwohl Ergotherapeuten hier gesucht werden, war es nicht ganz einfach hier als Occupational Therapist arbeiten zu duerfen. Ich musste mich beim hiesigen OT board - www.otboard.org.nz - registrieren lassen (was nicht wenig Geld kostete).

Fuer die Registrierung musste ich viele Dinge wie Curriculum meiner Ausbildung, Uebersetzung meines Abschlusses und aller weiteren Arbeitszeugnisse, polizeiliches Fuehrungszeugnis, Nachweis vom deutschen Verband bzw dann vom Kultusministerium ueber "meine Fuehrung als Ergotherapeutin", Englischtest (IELTS mit 7.5) etc. nachweisen. Am Besten (und wahrscheinlich um einiges einfacher) waere es gewesen, wenn ich einen Bachelor-Abschluss gehabt haette. In meinem Fall konnte ich 15 Jahre Berufserfahrung inkl. Unterricht an einer Ergoschule und 10 Jahre in eigener Praxis vorweisen. Die viele Erfahrung hat dann ausgereicht mich mit einem Uniabschluss gleichzustellen.

Von der Idee nach Neuseeland zu wollen bis hin zum Start hier sind gut 1 1/2 Jahre vergangen. Fast ein Jahr hat es gebraucht hier registriert zu werden, ein Arbeitsvisum und ein Practising Certificate zu erhalten, ohne dass man hier nicht arbeiten darf. Bei der Suche nach der passenden Arbeitsstelle wurde ich von einer Vermittlungsagentur, die ausschliesslich Therapeuten vermittelt, unterstuetzt. www.enzedparamedical.co.nz. Christine und John Higgins haben sich hervorragend um mich gekuemmert und uns u.a. auch bei der Visabeschaffung geholfen. Ich kann die Beiden nur herzlich weiterempfehlen. Sie haben mich nichts gekostet, da sie vom zukuenftigen Arbeitgeber bezahlt werden.

Schliesslich sind wir (mein Mann und ich) Mitte Oktober in Neuseeland (Nordinsel) angekommen und erst einmal einige Wochen herumgereist. Es ist ein solch schoenes Land, dass ich gleich wieder auf Entdeckungsreise gehen koennte. Uns sind bisher nur freundliche und Auslaendern gegenueber sehr aufgeschlossene Menschen begegnet. Wir fuehlten uns von Anfang an sehr willkommen. Unsere Reise haben wir mit 3 Vorstellungsgespraechen gestartet. Dann hatte ich die Qual der Wahl. Wohin wollten wir? Ich haette alle 3 Stellen antreten koennen. 

Entschieden haben wir uns fuer die Hawke"s Bay im Suedosten der Nordinsel. Hier arbeite ich jetzt seit Dezember im Child Development Unit des Krankenhauses. Ich habe ein sehr gemixtes Clientel von 2 bis 16 Jahren mit unterschiedlichen Krankheitsbildern, alles von Konzentrationsschierigkeiten bis zur schweren Cerebralparese ist vorhanden. In erster Linie befunde ich die Kinder, gebe Tipps fuer zu Hause und fuer die Schule, ueberweise weiter an die Schultherapeuten, mache Hilfsmittelversorgung (vom Loeffel bis zum komplexen Rollstuhl).

Fuer echte "hands on" Therapie ist leider auf grund der grossen Anzahl der Kinder wenig Zeit. Waehrend der Ferien habe ich zusammen mit einer Kollegin eine Handfunction Group geleitet. Es war gut wieder mal richtig "hands on" zu arbeiten. Andererseits finde ich es gut Eltern und Schule mehr einzuspannen, als ich es in Deutschland gewohnt war. So koennen sie sich nicht aus der Affaere ziehen. Die Zusammenarbeit mit den Schulen laeuft ausgesprochen gut, viel besser als ich es aus meiner Praxisarbeit gewohnt bin. 

Alles in allem war es die richtige Entscheidung, ich wollte vor allem eine neue Herausforderung. Die ersten Wochen waren unendlich anstrengend. Nach einem Arbeitstag in Englischer Sprache war ich voellig geschafft. Das wurde aber schnell besser. Inzwischen mag ich es sogar auf Englisch mit Hilfsmittelherstellern zu telefonieren. Allerdings hasse ich es vor einer Gruppe (Aerzte und Therapeuten) auf Englisch einen Vortrag zu halten. Da merke ich noch deutlich wie schwer es mir faellt in Englisch spontan zu sein, insbesondere wenn ich aufgeregt bin. Aber das wird sicher auch noch...

Wer mehr Infos moechte, kann sich gern bei mir melden. Schoene Gruesse aus New Zealand, dem Land der langen weissen Wolke ("Aoteora" - Land der langen weissen Wolke, Begriff der Maori und deren Name für Neuseeland).

Antjedine
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

DIESE BEITRÄGE SIND AUCH INTERESSSANT:

  • Der Strahlenburgtrail: Laufen an der Bergstraße

    Der Strahlenburgtrail: Laufen an der Bergstraße Wer das Laufen mit einigen Höhenmetern sowie einer tollen Aussicht kombinieren möchte, der ist beim Strahlenburgtrail an der richtigen Adresse. Das Lauf-Event in Schriesheim an der Bergstraße zieht jedes Jahr im Oktober Läufer und Trailrunner aus nah und fern an. Ein Treffen für Neueinsteiger, Wiederholungstäter und alte Hasen des Laufsports.... mehr...

  • Christian Alles: Läufer, Trailrunner & Veranstalter

    Christian Alles: Läufer, Trailrunner & Veranstalter Seine Leidenschaft ist das Laufen: Der Outdoor-Sportler Christian Alles läuft seit mittlerweile 20 Jahren Marathon. Neben den klassischen 42,195 km hat es ihm vor allem das Trailrunning angetan. Beim Laufen mit ordentlich Höhenmetern beginnt es für ihn erst richtig interessant zu werden. Als Trainingslager dient dem Schriesheimer der heimische Odenwald.... mehr...

  • Ein buddhistischer Zen-Garten in NRW

    Ein buddhistischer Zen-Garten in NRW Buddhistische Zen-Gärten sind immer eine Reise wert, nicht nur in Asien. Einer dieser Gärten findet man in Nordrhein-Westfalen. In der Stadt Waldbröl im Bergischen Land gibt es dieses kleine asiatische Miniatur-Land. Mit Buddha-Figuren und Bambus. Und wenn man Glück hat sieht man buddhistische Mönche und Nonnen durch den Garten wandeln.... mehr...




Reisepreise für Flüge + Unterkünfte könnt ihr hier vergleichen: People Abroad



 

Fragen? Anregungen? Schreibe uns:


Kopie an Deine eigene Adresse schicken

Abschicken

Kontakt

contact

Bei weiteren Fragen helfen wir gerne:

telefon: +49 0621 40185801

whatsapp: +49 0160 98775408

email: info@people-abroad.de