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Kambodscha: Mit dem Fahrrad durch Kambodscha

Bericht von Timo Müller, timo.australia@googlemail.com

 

Kambodscha: Mit dem Fahrrad durch Kambodscha

Ich habe mich auf eine Solidaritätsfahrt für die lobenswerte Arbeit aller Menschenrechtler der Welt begeben. Mit dem Fahrrad bin ich auf dem Landweg von Deutschland nach Australien gefahren: 20.748 Kilometer in 426 Tagen.

Hier mein Tagebuchbericht zu Kambodscha:

"Johm riab sua" (Khmer: "Hallo"), ich melde mich an meinem 252. Tag von meiner Benefiz- Radtour aus der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh nach 11.750 km. Vom Jahre 802 bis schließlich 1432 n. Chr. war das damalige Kambodscha eine Hochkultur par exellence. Neben Römern, Griechen, Inkas und Mayas sind auch die Khmer aufzuzählen. Der Everest aller Tempel weltweit, "Angor Wat", mit seinen vielen Geschwistern auf dem riesigen Areal von Angkor lässt die Fortschrittlichkeit und Größe nur erahnen.

Doch durch den Völkermord in den Jahren 1975 bis 1979 durch den fanatischen Diktator Pol Pot in Begleitung seiner Khmer Rouge wurde jenes Reich beinahe völlig im Blut ertränkt (Konzentrationslager & Arbeitslager schaute ich mir gestern an). Experten gehen von 1,7 Millionen Toten aus bei einer Gesamtbevölkerung von damaligen 8 Millionen.

Hätte das Land nicht schon genug Schwierigkeiten mit jener Verarbeitung, so töten in Friedenszeiten die "stillen Soldaten". Der Untergrund-Krieg der noch verbleibenden bis zu 6 Mio. Minen bringt die höchste Zahl an Amputierten weltweit zu Tage (40.000) und fordert durchschnittlich weitere 35 Opfer im Monat (zum Thema Minen in Kambodscha: Unicef, Medico International, Handicap International)

Die Palette an Problemen scheint dabei kaum abzunehmen: Die Kinder- Prostitution floriert im Land wie nie, einhergehend mit hohen HIV- Raten, die wiederum die Todesspirale Armut weiter drehen. Hinzu kommt die Malaria, die das ganze Land ganzjährig zu einem Hochrisiko-Gebiet werden lässt.

Das Land ist voll von helfenden NGOs (Non Government Organisations). Als ob das Land von Grund auf erzogen werden müsste, hängen überall Plakate, die zum Hände waschen animieren, Anleitung zum Stillen von Babys geben, Waffen brandmarken oder auf die Vogelgrippe hinweisen. Dass 60 % der Bevölkerung dabei noch unter 24 Jahren ist, verbessert die Lage nicht wirklich.

Kambodscha, ein Entwicklungsland? Gut, da mag ich zustimmen, aber im Vergleich dazu ist Deutschland, die wir in relativem Wohlstand leben, vielleicht emotional ein Entwicklungsland... Ich empfinde Ehrfurcht für die Khmer, die es meistern, ihre Geschichte vom Gesicht zu streichen und dich als Gast mit Wärme überschütten. 

Timo Müller
www.cyclingforhumanrights.de

 

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